Frauen- und Gleichstellungspolitik Rheinland-Pfalz-Saarland

Digitalisierung als Chance nutzen!

Digitalisierung als Chance nutzen!

Höchste Zeit für Arbeitszeitverkürzung mit Lohn- und Personalausgleich

Argument Nr. 1: Vereinbarkeit Familie und Beruf  Frauen und Männer wollen Beruf und gesellschaftliche Arbeit wie Kindererziehung, Pflege, Weiterbildung, Ehrenamt vereinbaren. Warum sollen mehrheitlich Frauen die finanziellen Folgen individuell tragen, indem sie ihre Arbeitszeit auf Teilzeit verringern und auf auskömmliches Gehalt, Aufstiegschancen und existenzsichernde Rente verzichten? Frauen wollen teilweise mehr, Männer weniger arbeiten. Dreißig Stunden als Obergrenze sind genug!

Argument Nr. 2: Gesundheitliche Belastung   Arbeit wird immer mehr beschleunigt und verdichtet. Die Veränderungen in der Arbeitswelt führen zu zunehmenden psychischen Belastungen und Erkrankungen. Deshalb muss Arbeitszeit kürzer werden. Damit Arbeit nicht weiter verdichtet wird, brauchen wir Personalausgleich.

Argument Nr. 3 Digitalisierung   Das Institut der Agentur für Arbeit geht davon aus, dass je nach Anforderungsniveau der Berufe bis zu 46 % der Tätigkeiten ersetzbar sind. Ob und wann ersetzt wird, darüber entscheiden nicht die Beschäftigten auch nicht die Bürgerinnen und Bürger, sondern Unternehmen, und zwar nach Kosten-/Nutzenerwägungen.

Produktivitätssteigerung infolge Digitalisierung heißt: Die gleiche Menge von Produkten und Dienstleistungen wird in deutlich weniger Zeit erbracht. Ohne Arbeitszeitverkürzung, Lohn- und Personalausgleich, profitieren davon nur die Unternehmen, Menschen werden arbeits- und einkommensloslos. Die gewonnene Zeit könnte und sollte aber dafür genutzt werden, die Arbeitszeit pro Beschäftigte/r zu verkürzen und zwar bei vollem Lohn- und Personalausgleich

Dass und wie Arbeitszeitverkürzung mit Lohn- und Personalausgleich wirtschaftlich möglich ist, haben die Wirtschaftsprofessoren Dr. Heinz-J. Bontrup und Dr. Mohssen Massarrat schon 2011 in ihrem Manifest für Arbeitszeitverkürzung gezeigt.

Daniel Zucman zeigt auf, wie Google, Facebook, Apple und andere die Digitalisierung vorantreibenden globalen Unternehmen sich darauf spezialisiert haben, ihre Geschäfte fiktiv in Gebieten oder Ländern anzusiedeln, in denen die Unternehmenssteuern niedrig sind oder gar gegen Null gehen. Auf diese Weise entziehen sie ungestraft den demokratischen Gesellschaften das Geld, das für Arbeitszeitverkürzung, für bessere Arbeitsbedingungen und für staatliche Infrastrukturleistungen (z.B. verbesserte Kinderbetreuung) zur Verfügung stehen würde. Gleichzeitig investieren die demokratischen Staaten Milliarden von Steuergeldern in Infrastrukturleistungen wie Netze, die von diesen Unternehmen kostenlos genutzt werden.